Klinik und Poliklinik
für Innere Medizin II
Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Roland. M. Schmid
direktion.med2@mri.tum.de

Infektiologische Ambulanz

In unserer internistisch-infektiologischen Ambulanz werden Patient*innen mit Erkrankungen betreut, die durch Infektionen mit bakteriellen, viralen und parasitären Erregern sowie durch Pilze verursacht werden. Ein wichtiger Schwerpunkt ist die Betreuung HIV-infizierter Patient*innen sowie die Betreuung von Patient*innen mit anderen Defekten des Immunsystems. Darüber hinaus bieten wir Diagnostik und Therapie zu sexuell-übertragbaren Infektionen (STI), Virushepatitis und Reise- und Tropenerkrankungen an.

 

Zertifiziert als Zentrum Infektiologie (DGI)

 

Kooperationen/Beteiligte Zentren

 

Affenpockeninfektionen

Seit Anfang Mai treten in Deutschland zunehmend Fälle von Affenpockeninfektionen auf, die nicht in Afrika erworben wurden. Angesichts dieser nicht Reise-assoziierten Fälle sollten Affenpocken auch bei Personen ohne bekannte Reiseanamnese mit unklaren pockenähnlichen Effloreszenzen (in Abgrenzung von Windpocken/Lues etc.) in die erweiterten differenzialdiagnostischen Überlegungen einbezogen werden. Insbesondere sollte das Bewusstsein für die potenzielle Ausbreitung von Affenpocken innerhalb der derzeit hauptsächlich betroffenen Risikogruppe von Männern, die Sex mit Männern (MSM) haben, geschärft werden. Dies gilt insbesondere für Personen mit entsprechender Symptomatik und Kontakten aus Hot-Spot-Regionen innerhalb Deutschlands sowie Ländern mit höheren Infektionszahlen wie Großbritannien, Portugal und Spanien – vor allem innerhalb der Inkubationszeit von 1-3 Wochen.

Die Infektiosität von Affenpocken ist geringer im Vergleich zu SARS-CoV-2, eine Aerosol-bedingte Übertragung ist derzeit unwahrscheinlich. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist vor allem durch engen Kontakt (direkten Hautkontakt, sexuellen Kontakt oder Tröpfcheninfektionen) möglich. Im Vergleich zu humanen Pockeninfektionen verlaufen (westafrikanische) Affenpockeninfektionen in der Regel deutlich milder und sind selbstlimitierend. Personen mit einer Pockenschutzimpfung (Personen in Deutschland bis Anfang der 1970iger Jahre geboren) verfügen sehr wahrscheinlich (noch) über eine Kreuzimmunität gegenüber Affenpocken und sind daher vor Erkrankungen geschützt. Pockengeimpfte sind durch die Impfnarbe am Oberarm oder durch Dokumentation in entsprechenden Impfnachweisen zu identifizieren.

Wann sollte eine Abklärung auf Affenpocken erfolgen?

Eine Abklärung sollte erfolgen, wenn die Bedingungen für eine wahrscheinliche Infektion gemäß den RKI-Falldefinitionen erfüllt sind:

➤ Fieber, Schüttelfrost, Myalgie, Cephalgie, Fatigue, Arthralgien, Rückenschmerzen, Lymphadenopathie
UND
➤ Verdächtige kutane makulopapulöse bis vesikulopustulöse Läsionen, auch im Perianal-/-genital-Bereich, Enantheme oral, ggf. rektal und genital
UND mindestens 1 der folgenden epidemiologischen Kriterien:
➣ Tierkontakte bzw. Aufenthalt in Endemiegebieten
➣ Enger Kontakt zu nachweislich mit Affenpocken infiziertem Menschen innerhalb der letzten 21 Tage vor Symptombeginn
➣ Sexuelle Kontakte mit nicht-festen Partnern in den letzten 21 Tagen, insbesondere bei Männern, die Sex mit anderen Männern haben

Neu zur Abklärung von Affenpocken-Verdachtsfällen: kostenfreies Online-Beratungstool PoxApp der Charité in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch Institut (https://poxapp.charite.de).

Ab sofort bieten wir für ärztliche Zuweiser sowie im begründeten Verdachtsfall (siehe Kriterien für wahrscheinliche oder mögliche Affenpockeninfektion oben) eine Beratung ggf. eine diagnostische Abklärung über unsere infektiologischen und dermatologischen Ambulanzen an. Für Letzteres ist eine telefonische Kontaktaufnahme zur Terminvereinbarung zwingend erforderlich.

Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II
Tel.: (0 89) 41 40 - 24 51
E-Mail: IZAR@mri.tum.de

Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie
Tel.: (0 89) 41 40 - 31 76
E-Mail: alexander.zink@mri.tum.de

Informationen bzgl. einer Impfung gegen Affenpocken:
https://www.infektionsschutz.de/aktuelles/informationen-der-bzga-zu-affenpocken/
https://www.aidshilfe.de/affenpocken-impfung
https://impfstudien.org/affenpocken

Weitere Informationen erhalten Sie auf den Seiten des RKI.

Ärztliches Team

PD Dr. med. Christoph Spinner (Leitung)

 

PD Dr. med. Jochen Schneider


Dr. med. Marcel Lee

 

Dr. med. Christiane Schwerdtfeger

 

Dr. med. sci. Florian Voit

Sprechzeiten

Montag: 8:30 - 16 Uhr
Allgemeine Infektiologie / Hepatitis-Sprechstunde und HIV PrEP/STI-Beratung

 

Dienstag: 8:30 - 16 Uhr

Allgemeine Infektiologie / Hepatitis-Sprechstunde und HIV PrEP/STI-Beratung

 

Mittwoch: 8:30 - 16 Uhr
Allgemeine Infektiologie / Hepatitis-Sprechstunde und HIV PrEP/STI-Beratung

 

Donnerstag: 8:30 - 16 Uhr
Allgemeine und spezielle Infektiologie / Hepatologie-Sprechstunde und HIV PrEP/STI-Beratung

 

Freitag: 9:00 - 14 Uhr
Allgemeine Infektiologie / Hepatitis-Sprechstunde und dermatologisch-infektiologische Sprechstunde

Schwerpunkte

HIV / IZAR

Die Betreuung HIV-positiver Patient*innen stellt den Kern unseres Ambulanzschwerpunktes dar. Zusammen mit dem Interdisziplinären HIV-Zentrum am Klinikum rechts der Isar bieten wir eine integrierte Versorgung aus einer Hand. Hierbei reicht das Spektrum von der Diagnostik über die asymptomatische HIV-Infektion bis zur Therapie der AIDS-Erkrankung. Hierbei gehört die Betreuung von Begleiterkrankungen ebenso selbstverständlich zu unserem Leistungsspektrum wie das Angebot klinischer Studien. Forschungsschwerpunkt der klinischen Arbeitsgruppe ist hierbei die Langzeitverträglichkeit der antiviralen Therapie (ART).

 

HIV Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP)

Wir beraten zu allen Fragen rund um die HIV Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP), einschließlich Indikationsstellung. Außerdem führen wir alle notwendigen Untersuchungen zur PrEP durch und verordnen diese nach entsprechender Beratung.

 

HIV-Koinfektionen

Neben nicht-infektiösen Koinfektionen liegt ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit auf HIV-, HBV- und/oder HCV-Koinfektionen. Hierbei bietet die Kooperation mit den gastroenterologischen Kolleg*innen der Klinik das vollständige Leistungsspektrum der Gastroenterologie.

 

HIV-Postexpositionsprophylaxe

Darüber hinaus bieten wir Beratung zu Übertragungs- und Schutzmöglichkeiten an (z.B. Postexpositionsprophylaxe nach HIV-Kontakt, sexuell übertragbare Erkrankungen). Eine Postexpositionsprophylaxe steht auch über die Medizinische Nothilfe rund um die Uhr zur Verfügung.

 

Sexuell übertragbare Erkrankungen (STI)

Neben der HIV-Infektion bieten wir Diagnostik und Therapie sexuell übertragbarer Erkrankungen an. Hierbei spielen insbesondere die Lues (Syphilis)-Infektion, Gonokokken (Tripper) oder Chlamydia trachomatis eine wichtige Rolle. 

 

Echinokokkosen (Hunde- und Fuchsbandwurmerkrankungen)

Obgleich eine seltene Erkrankung verfügen wir über ausgedehnte Erfahrungen im Bereich der Betreuung von Patient*innen, welche an einer zystischen oder multilokularen Echinokokken-Infektion (Hunde- und Fuchsbandwurm) leiden. Hierbei bieten wir neben antiparasitärer Therapie, Staging-Diagnostik, einschließlich PET-CT, auch die Möglichkeit der perkutanen Ethanolinjektion (PAIR), sofern indiziert.

 

Akute Hepatitis-C-Infektion und Hepatitis B/C-Infektionen

In enger Absprache mit der Hepatologischen Hochschulambulanz bieten wir Diagnostik und Therapie der HBV/HCV-Infektion. Ein Forschungsschwerpunkt unserer Arbeit liegt hierbei in Kooperation mit weiteren Zentren vor allem in der Versorgung akuter Hepatitis-C-Infektionen. 

 

Allgemeine Infektiologie / stationäre konsiliarische Versorgung

Neben den oben genannten Schwerpunkten bieten wir allgemeine infektiologische Diagnostik und Therapie nach einer ärztlichen Überweisung bei Bedarf ebenso wie eine konsiliarische Beratung für stationäre Patient*innen oder Ärzte/Ärztinnen an.

 


Kontakt und Terminvereinbarung

Infektiologische Ambulanz
Leitung: PD Dr. med. Christoph Spinner
Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II
Klinikum rechts der Isar der TUM
Ismaninger Str. 22, 81675 München
Tel.: (0 89) 41 40 - 24 51
Fax: (0 89) 41 40 - 49 58

Terminvereinbarung
Montag – Donnerstag: 08:30 – 16:00 Uhr
Freitag: 08:30 – 14:00 Uhr
Tel.: (0 89) 41 40 - 24 55

E-Mail: inneremedizin2.ambulanz@mri.tum.de